Deutsch
English

Konzeption

Konzeption                                                     Montessori Kinderhaus Biberkor

 

1.    Vorwort des Trägers

Der im Jahre 2000 gegründete Montessori Biberkor e. V. ist ein gemeinnütziger Verein. Dessen Zweck ist laut Satzung die Realisierung einer Schule für alle auf Basis der Prinzipien der Montessori-Pädagogik.

Der Verein ist im Vereinsregister des Amtsgerichts Starnberg eingetragen. Bei den Mitgliedern handelt es sich insbesondere um Eltern der die Einrichtung besuchen-
den Kinder, aber auch um Lehrer und Förderer. Grundsätzlich steht die Mitgliedschaft jedermann offen, der einen schriftlichen Aufnahmevertrag stellt und dessen Aufnahmegesuch vom Verein positiv beschieden wird.

Offizielle Organe des Vereins sind laut Satzung die Mitgliederversammlung der Vorstand und der Aufsichtsrat. Seit Juni 2010 ist die Montessori Biberkor Verwaltungs GmbH Vorstand des Montessori Biberkor e. V.

Partizipation, Gleichberechtigung, Inklusion, Offenheit, eine ganzheitliche Förderung, die intensive Zusammenarbeit mit den Eltern sowie die Gesundheits-
f
örderung und der Erziehungs- und Bildungsauftrag sind wesentliche Schwerpunkte der Arbeit.

Montessori Biberkor e. V. versteht sich als modernes und soziales Dienstleistungs-
unternehmen, ist parteipolitisch unabh
ängig und konfessionell ungebunden. Das Handeln der Mitarbeiter richtet sich nach den Grundsätzen der Humanität, Demokratie und Toleranz.

Das Kinderhaus wird durch den Freistaat Bayern gefördert. 

 

2.    Präambel

Die Arbeit im Kinderhaus ist geleitet von dem Ziel, Kinder in der frühkindlichen Entwicklung zu unterstützen und zu stärken. Das Recht eines jeden Kindes auf persönliches Wachstum findet seinen Ausdruck in der Gleichwürdigkeit des Umgangs.

Das Kinderhaus versteht sich als familienergänzende Einrichtung, welche die Grundbedürfnisse der Kinder dieses Alters nach Liebe, Geborgenheit, Schutz, Nahrung und Würde erfüllen möchte. Daher ist es unser Bestreben, eine familienähnliche, warme und anregende Atmosphäre für alle Kinder zu schaffen.

Im Sinne der Montessori Pädagogik wird dem Kind eine individuelle Umgebung angeboten, in der es sich seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechend in seinem eigenen Rhythmus entfalten kann.

Als kompetente Partner in der Interaktion gestalten die Kinder den Tagesablauf aktiv mit. In der Verknüpfung von Spielen und Lernen bringen sie ihre natürliche Neugierde, Lernfreugikeit und ihren Lerneifer mit ein. Ihrer Entwicklung angemessen lernen Kinder Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Sie werden ermutigt, ihre persönlichen Stärken zu erkennen und Selbstvertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten zu gewinnen.

Wir setzen uns ein für das Kinderrecht auf körperliche und sexuelle Unversehrtheit. In der Betonung des demokratischen Prinzips wird großer Wert gelegt auf den respektvollen Umgang mit den Kindern sowie zwischen Elter- und Kinderhaus.

 

3.    Gesetzliche Grundlagen

Kindertagesstätten unterliegen in vielen Bereichen gesetzlichen Bestimmungen die als Grundlagen für die alltägliche, pädagogische Arbeit, das Bild vom Kind und dem Schutz der Kinder dienen. Alle Mitarbeiter/innen des Montessori Biberkor e.V. sind zur Einhaltung dieser Grundlagen verpflichtet.

In der UN-Kinderrechtskonvention sind die Rechte aller Menschen unter 18 Jahren festgelegt. Dort sind elementare Dinge wie das Recht auf eigene Meinung, das Recht auf Freizeit, Erholung und Ruhe sowie das Recht ohne Gewalt aufzuwachsen festgelegt.

Im 8. Sozialbuch ( SGB VIII ), dem Kinder- und Jugendhilfegesetz ( KJHG ) sind alle Rechte und Pflichten zum Wohle der Kinder auf Bundesebene geregelt. Besondere Bedeutung haben hier § 22 ff SGB VIII ( Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen ) und § 8 und 8a SGB VIII ( Beteiligung und Kinderschutz ).

Alle bayrischen Kindertagesstätten unterliegen zusätzlich dem Bayrischen Bildungs- und Betreuungsgesetz ( BayKiBiG ), der dazugehörenden Ausführungsverordnung ( AVBayKiBiG ) und dem Bayrischen Bildungs- und Erziehungsplan ( BEP ) mit seinen Handreichungen.

 

4.    Stammdaten Kinderhaus

Lage und Räumlichkeiten

Das Kinderhaus besteht seit Herbst 2002. Bedingt durch die stetig wachsende Nachfrage nach einer Kinderkrippe wurde beschlossen ein neues Gebäude auf Biberkor zu errichte, welches im Jahre 2014 eröffnet wurde.

Das Kinderhaus ist in einem freistehenden Gebäude mit angrenzendem Garten untergebracht. Die Umgebung bietet bedingt durch Wälder, Wiesen und einen Bachlauf sehr viele Möglichkeiten sich mit den Kindern in der Natur aufzuhalten.

Im Kinderhaus gibt es eine Kinderkrippe für bis zu 12 Kinder im Alter von einem bis drei Jahren sowie 2 Gruppen für bis zu je 20 Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt. Vom Bezirk Oberbayern ist das Kinderhaus für die Inklusion von bis zu sechs Kindern mit besonderen Bedürfnissen anerkannt.

Wir achten, soweit möglich, auf eine ausgewogene Altersmischung und Geschlechterverteilung in den jeweiligen Gruppen.

Die Krippe besteht aus zwei hellen Gruppenzimmern sowie einem angrenzenden Schlafraum. Der Sanitäre Bereich wurde zum Schutz der Kinder sowie der Erzieher in die Räumlichkeiten integriert.

Zwei weitere helle Gruppenräume für die älteren Kinder bieten ausreichend Platz für Materialien und Aktivitäten und sind den Bedürfnissen der Kinder entsprechend eingerichtet. In jedem der Zimmer gibt es unterschiedliche Aktionsecken sowie eine kindergerechte Küchenzeile. An jeden Gruppenraum ist ein Zusatzraum angeschlossen, welcher Platz für Rollenspiele und konstruktives Bauen sowie Basteln bietet.

Die Garderoben der Kinder sind im zentriert gelegenen, langen Flur untergebracht. Die Informationswände für die Erwachsenen befinden sich im Windfang des Eingangsbereiches.

Büro, Materialraum, Personalzimmer, Sanitäre Anlagen ( inklusive Dusche ) für Kinder und Mitarbeiter vervollständigen das Raumangebot.

Hinzukommend wird die Dreifach Turnhalle der Schule regelmäßig für unser Bewegungskonzept, welches auf psychomotorischen und monopädagogischen Einheiten basiert, genutzt.

Öffnungszeiten

Das Kinderhaus ist Montag bis Freitag von 07:30 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet. Innerhalb dieses Zeitraums gibt es verschiedene Buchungsmöglichkeiten.

Während des Kalenderjahres gibt es höchstens 30 Schließtage. Für gemeinsame Fortbildungen der Mitarbeiter sind weitere 5 Tage vorgesehen. Die Eltern werden zu Beginn des jeweiligen Kinderhausjahres über die Schließtage schriftlich informiert.

Tagesablauf

Der Tagesablauf im Kinderhaus richtet sich vorrangig nach den Bedürfnissen der Kinder. Jedoch ist es uns wichtig eine bestimmte Struktur zu geben, denn ein strukturierter Ablauf engt nicht ein sondern gibt Kindern Halt.

Ab 07:30 Uhr treffen die Kinder ein und finden sich in ihren Beschäftigungen schnell zurecht.

Ein Morgenkreis, dessen Besuch für die Kinder freiwillig ist, führt die Gruppe zu einer besinnlichen Einheit, in der wir den Tag begrüßen, uns Wertschätzung entgegenbringen, Gemeinsamkeit spüren und Kraft für den Tag tanken.

Nach dem Morgenkreis kehren einige Kinder wieder zu ihrer Beschäftigung zurück, andere lassen sich neue Angebote zeigen, wieder andere möchten kreativen Impulsen folgen oder sich einfach vorlesen lassen. Diese Zeit des Freispiels, der Freiarbeit ermöglicht jedem Kind seinen individuellen Weg abhängig von seiner Tagesform und seinen Bedürfnissen nach Alleinbeschäftigung, Partnerarbeit oder Anlehnung. Das macht hungrig. Deshalb frühstücken die Kinder ab 09:30 Uhr. Sie organisieren sich möglichst selbst.

Parallel zur Freiarbeit finden Angebote in Kleingruppen statt, in denen einzelne pädagogische Inhalte vertieft werden können. Die Kinder befassen sich mit naturwissenschaftlichen Versuchsreihen, mit Rhythmus, Bewegung, Musik, mit Stille, mit Sprache und vielem mehr.

Fast jeden Tag gehen die Gruppen des Kinderhauses gegen 11:30 uhr nach draußen in den Garten oder in die Umgebung von Biberkor, einem kleinen Wald, Wiesen und Feldern.

Um 12:30 Uhr versammeln sich die Kinder zum Mittagessen wieder im Kinderhaus. Danach finden die meisten Kinder noch einmal in eine beschäftigte Ruhe, andere treffen sich in den Nebenräumen oder im Garten.

Personal

In jeder Gruppe arbeiten mindestens eine pädagogische Fachkraft sowie eine Kinderpflegerin. Die Gestaltung der Bastel- und Holzwerkstatt übernimmt eine Ergotherapeutin, die Bewegungseinheiten eine Motopädagogin. Für die Kinder mit speziellem Förderbedarf ist eine Heilpädagogin vor Ort.

Besonderen Wert legen wir auf die Ausbildung von Praktikanten, welche unser Team zu vorgegebenen Praktikumszeit unterstützen.

Alle Mitarbeiter verfügen bereits über ein nationales oder internationales Montessori - Diplom oder befinden sich momentan in der Ausbildung um dies zu erlangen.

Anmeldeverfahren und Platzvergabe

Die Neuaufnahmen erfolgen in der Regel zu Beginn des neuen Kinderhausjahres und richtet sich nach den verfügbaren Plätzen. Ausnahmen zu einem anderen Zeitpunkt können nur in Notfällen und/oder bei einem ausreichenden Platzangebot berücksichtigt werden. Bei der Vergabe der Plätze werden Platzangebot, Dringlichkeit, Alter des Kindes, Aufbau und Erhalt der Gruppenstruktur berücksichtigt.

Die Anmeldung muss schriftlich erfolgen. Das Anmeldeformular kann von der Homepage der Einrichtung heruntergeladen werden. Kinder welche wir aufnehmen möchten laden wir mit den Eltern zu einem Hospitationstermin ein. Die Aufnahme des Kindes wird mit der Unterschrift des Kinderhausvertrages wirksam.

Kosten - Elterngeld

Die monatliche Grundgebühr richtet sich nach dem Kontingent, welches für das Kind gebucht wurde. Dies gilt ebenso für die Essenpauschale.

Mit Abschluss des Betreuungsvertrages sind die Personensorgeberechtigten zur Entrichtung des Beitrags verpflichtet. Der Beitrag ist in voller Höhe bis zum Vertragende zu entrichten. Bei Krankheit oder sonstiger Abwesenheit des Kindes sowie in der Ferienzeit ist der Betrag in voller Höhe zu entrichten. Die Aufnahme der Kinder im Kinderhaus ist nicht von der wirtschaftlichen Lage der Personensorgeberechtigten abhängig. In sozialen Notfällen/Härtefällen kann die Übernahme des Beitrages nach berechneter Beitragsermäßigung durch den Personensorgeberechtigten beim Träger beantragt werden.

Verpflegung

Die altersgemäße Förderung der bewussten, gesunden Ernährung ist wesentlicher Bestandteil in unserem Kinderhaus. Einer ausgewogenen und vollwertigen Ernährung kommt besondere Bedeutung zu. Gemeinsame Mahlzeiten bilden einen wichtigen Punkt im Tagesgeschehen innerhalb dessen die Kinder den selbständigen Gebrauch von Essessbesteck und auch die eigenständige Portionieren der Mahlzeiten erlernt. Sie sollten weitestgehend alle Speisen probieren, werden allerdings zu keiner Zeit von den den Pädagogen auch nur im Ansatz dazu gezwungen. Beim Heranführen an Tischmanieren lernen die Kinder klare Verhaltensregeln beim Esse, wie z. B. das Sitzenbleiben oder das Essen mit Besteck. Das gemeinsame Essen als angenehm empfinden ist unser Ziel. Es ist die Zeit für Gespräche und ein gemütliches Beisammensein. Hierbei wird ihnen Freude, Spaß und Genuss beim Essen vermittelt.

Durch unsere große Schulküche wird den Kindern im Kinderhaus unter Berücksichtigung der besonderen Erfordernisse der Kinderernährung eine ausgewogene, vollwertige und abwechslungsreiche Bio-Kost mit überwiegend Gemüse und Getreide sowie 1x wöchentlich Fisch und Fleisch angeboten. Des Weiteren ist es das Bestreben der Küche, den Kindern stets einen abwechslungsreichen Speiseplan mit ebenso besonderen und nicht immer gängigen Lebensmitteln, aber auch guter Hausmannskost anzubieten.

Die Kinder erhalten bei uns Mittagessen sowie unbegrenzt frisches Obst und Gemüse. Frühstück wird von jedem Kind selber mitgebracht. Bei dem frisch und gesund zubereiteten Essen wird auf die Verwendung saisonaler und regionaler Produkte in Bioqualität geachtet. Ebenfalls wird auf kulturelle und religiöse Besonderheiten Rücksicht genommen. Allergien und Unverträglichkeiten der Kinder werden bei der Zubereitung der Speisen beachtet. Als Getränke stehen den Kindern zu jeder Zeit ungesüsste Tees und Wasser zur Verfügung.

Öffentlichkeitsarbeit

Durch verschiedenste Arten und Formen ist es für uns ein wichtiges Ziel, unserer Arbeit für die Öffentlichkeit so transparent wie möglich zu gestalten.

Darum versucht das Team zusammen mit der Leitung und dem Elternbeirat, bestmögliche Öffentlichkeitsarbeit zu leisten.

Durch einen jährlich wiederkehrenden „Tag der offenen Tür“ und unsere Homepage möchten wir unsere Arbeit für die breite Öffentlichkeit offen legen.

Bei Festen, Elternabenden oder den  wichtigen Informationen an unseren Informationswänden in der Einrichtung gestalten wir unsere Arbeit für die Eltern transparent.

Eine partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den städtischen Dienststellen, ist für uns selbstverständlich. Das Kinderhaus hält engen Kontakt zu den Fachdiensten wie den Frühförderstellen, verschiedenste Beratungsstellen, Psychologen, Ärzten, Logopäden usw.

Kooperation und Vernetzung

Das Kinderhaus arbeitet gerne und gut mit der Schule in Biberkor zusammen und kooperiert mit anderen Einrichtungen.

Zusammenarbeit mit der Schule

Gerne besuchen uns Grundschüler im Kinderhaus, und umgekehrt. Auch Schüler der Sekundarstufe sind im Kinderhaus gern gesehen: Manche von ihnen absolvieren im Kinderhaus ihr Praktikum und tragen so dazu bei, die Welten des Kinderhauses und der Schule weiter zu vernetzen.

Besonders während der Zeiten des Übergangs vom Kinderhaus in die Schule kooperieren die Fachkräfte beider Einrichtungen, um den Kindern einen möglichst gelingenden Wechsel zu ermöglichen.

Zusammenarbeit mit anderen Einrichtung

Das Team besucht regelmäßig Veranstaltungen anderer Einrichtungen aus dem Vorschul- und Schulbereich. Einladungen zu uns nach Biberkor bahnen einen regen Austausch an.

Der Kontakt zu Fachdiensten, medizinischen und therapeutischen Praxen, Supervisoren, sowie ein hausinternes „Netz“ (Psychologen, Heilpädagogen, usw.) runden die Zusammenarbeit ab.

Unser Bezug zum Montessori Landesverband Bayern und der Montessori Vereinigung Deutschland (Aachen) stellt ein großes Informationsnetz für alle Belange rund um den Alltag im Kinderhaus sicher.

Zusammenarbeit mit den Eltern

Elternabende dienen der Klärung organisatorischer und inhaltlicher Fragen zum Tagesablauf und Themen rund um Biberkor.

In Elterngesprächen haben Eltern und Erzieherinnen die Möglichkeit, sich über das Kind, aber auch über familiäre Zusammenhänge auszutauschen, die für die Entwicklung des Kindes von Belang sind. Sie werden nach Bedarf individuell vereinbart.

Elternfortbildungen geben Eltern und Bezugspersonen die Möglichkeit, sich mit den Inhalten der Montessori-Pädagogik und anderen aktuellen Themen aus Erziehung und Bildung auseinanderzusetzen.

Einen Hospitationstermin können Eltern vereinbaren, um die in den Elternfortbildungen vermittelten Schwerpunkte im Alltag mit den Kindern durch stille Beobachtung zu entdecken und die Atmosphäre zu spüren, die unsere Kinder trägt.

Zusammenarbeit mit Behörden

Um dem BayKiBiG Rechnung zu tragen, aber auch wegen der zahlreichen Informationen und dem besonderen Schutzbedürfnis der Kinder ist eine konstruktive Zusammenarbeit mit Landratsamt Starnberg, Abteilung Jugend und Sport und dem Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen unerlässlich.

Gemeinsam mit der Gemeinde Berg werden wir die künftige Landschaft der Kindertagesstätten in der Kommune erarbeiten und mitgestalten.

Ideen und Beschwerdemanagement

Wir legen besonderen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern. Die Meinungen und Ideen sind uns sehr wichtig um unsere Arbeit zu reflektieren und aus Kritik Rückschlüsse ziehen zu können. Zudem gibt uns dies die Möglichkeit auf diese Weise aus dem großen gemeinsamen Fundus vieler Ideen zu schöpfen.

Für die Kinder sind in erster Linie die Pädagogen die direkten Ansprechpartner bei Problemen, Schwierigkeiten und Beschwerden. Es ist für die Kinder jederzeit möglich Ihr Anliegen bei allen pädagogischen Mitarbeitern anzusprechen.

Für Eltern gibt es als Beschwerdemöglichkeit sich direkt an die Erzieherinnen zu wenden, an die Kinderhausleitung und an den Elternbeirat. Dies kann persönlich oder per Mail geschehen. Das Kinderhaus bietet den Eltern zeitnah einen Gesprächstermin an.

Ein großes Anliegen ist uns, dass sich die Eltern an Absprachen und Regeln des Hauses halten um ein qualitativ hochwertiges Arbeiten zu ermöglichen und sowohl den Kindern als auch dem Team Stabilität und Sicherheit zu bieten.

Für wichtige Anliegen, kann jederzeit ein Elterngespräch vereinbart werden. Ein bis zwei Mal jährlich und nach Bedarf findet ein durch die Pädagogen vorbereitetes und dokumentiertes Entwicklungsgespräch zum Entwicklungsstand Ihres Kindes statt. Gerne gehen wir hier in den Austausch mit Ihnen, bezüglich aller relevanten Entwicklungsbereiche.

Qualitätssicherung

Zur Qualitätssicherung unserer Arbeit findet jeden Montag eine Teamsitzung statt, bei der neben organisatorischen Gegebenheiten über die pädagogische Arbeit gesprochen wird.

So tauschen wir uns regelmäßig aus, sammeln Ideen und Anregungen, wie die Kinder bei den nächsten Entwicklungsschritten unterstützt werden können.

Durch den regelmäßigen Besuch von Fortbildungen zu pädagogischen Themen, kreativen und musischen Angeboten zur Förderung der Kinder, sowie Fortbildungen zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit im pädagogischen Alltag, wird eine fortwährende Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit gewährleistet.

Neue Ideen und Erkenntnisse, die diese pädagogischen Kräfte mitbringen, bereichern das gesamte Team und in erster Linie die Kinder.

Einmal jährlich wird eine Elternbefragung im Kinderhaus durchgeführt.

Wir streben eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern an und möchten ihre Zufriedenheit, ihre Wünsche und Anregungen erfahren, um die Ergebnisse in unsere pädagogische Arbeit einfließen zu lassen.

 

5.      Pädagogische Arbeit

Pädagogische Zielesetzung

Wir sind eine familienergänzende Einrichtung und bilden mit den Eltern eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft. Das Kind steht hierbei im Mittelpunkt. Wir achten seine Einzigartigkeit und Besonderheit und unterstützen es in seinem individuellen Entwicklungsprozess. Dabei begleiten und fördern wir es auf seinem Weg zu einem selbständigen, selbstbewussten und wertorientierten Menschen.

Die pädagogische Arbeit des Kinderhauses unterliegt der Regelung des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes (BayKiBiG) sowie des Bayerischen Erziehungs- und Bildungsplans (BEP). Zu dessen Umsetzung orientieren wir uns an der Montessori Pädagogik.

Montessori Pädagogik

Unsere Pädagogik basiert auf den Erkenntnissen von Maria Montessori. Sie wurde am 31. August 1870 in Italien geboren und studierte als erste Frau in Italien Medizin. Als Assistentin der psychiatrischen Klinik und Lehrbeauftragte der Universität Rom widmete sie sich der Erziehung behinderter Kinder und gelangte dabei zu der Überzeugung, dass behinderten Kindern auch durch Erziehung und nicht nur durch medizinische Betreuung geholfen werden kann. Auf der Basis genauer Beobachtungen begann sie ihre eigene Methode zur Erziehung und Unterrichtung aller Kinder zu entwickeln. 1907 eröffnete Maria Montessori ihr erstes eigenes Kinderhaus (casa dei bambini) im Arbeiterviertel St. Lorenzo in Rom, wo sie die neuen Angebote und Materialien anwenden konnte. In den folgenden Jahren vervollständigte sie ihre pädagogische Methode der Selbsterziehung des Kindes in seiner vorbereiteten Umgebung. Diese Montessori-Pädagogik verbreitete sich rasch in der ganzen Welt.

Pädagogische Grundgedanken

Maria Montessori sieht das Kind als ein lernbegieriges und von sich aus aktives Wesen. Es lernt und entwickelt sich durch selbständige Aktivität, aus eigenem inneren Antrieb und nach seinem eigenen Tempo und Rhythmus. Voraussetzung für diese Entwicklung ist eine vertrauensvolle und respektvolle Beziehung zwischen dem Kind und Erwachsenen, sowie eine vorbereitete Umgebung. Maria Montessori formulierte es so: Alle Kinder sind von Natur aus neugierig, wissbegierig und lernwillig. Wir müssen nur die Geduld haben und akzeptieren, wann und wie und in gewisser Hinsicht auch was jedes Kind lernen will. In jedem Kind steckt ein persönlicher Bauplan, nachdem sich seine Entwicklung vollzieht. Unsere Aufgabe ist es, hier hilfreich zur Seite zu stehen.

 

Die Elemente der Montessori-Pädagogik

Der absorbierende Geist:

Das Kind passt sich seinen Umweltbedingungen an. Es kann mit allen seinen Sinnen die Umwelt erfassen. Das Gesehene, Erlebte wird unbewusst aufgenommen und gespeichert, nicht durch Willensanstrengung, sondern aufgrund innerer Sensibilität.

Die sensiblen Phasen:

Diese Phasen sind Zeiten, in denen Kinder für bestimmte Dinge besonders offen und aufnahmebereit sind. Sie lernen leicht und nebenbei. Diese Empfänglichkeit ist immer auf ein bestimmtes Thema bezogen und geht irgendwann vorüber. Die Kinder sind dann an bestimmten Informationen besonders interessiert und nehmen sie mühelos auf, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen.

Polarisation der Aufmerksamkeit:

Die Polarisation der Aufmerksamkeit ist ein Bewusstseinsphänomen. Es ist der Zustand höchster Konzentration bei einer eigenständigen Beschäftigung. Die Polarisation ist nicht durch äußere Reize auslösbar, sondern entsteht durch innere Aktivität, wenn diese auf Gegenstände trifft, die der sensiblen Phase entsprechen. Mit jeder Polarisation der Aufmerksamkeit werden die Kinder in ihrer intensiven Arbeit gesammelt, ruhiger und die Ausdauer steigert sich.

Die vorbereitete Umgebung:

Der Gruppenraum ist so vorbereitet, dass sich die Kinder in ihm zurecht finden und sich dort wohl fühlen. Die Anordnung des Materials in offenen Regalen ist übersichtlich und so angelegt, dass die Kinder es ohne die Hilfe des Erwachsenen erreichen können. In dieser vorbereiteten Umgebung kann das Kind selbständig entscheiden, was, womit und an welchem Platz es arbeiten möchte, gegebenenfalls mit wem es die Beschäftigung durchführt, und wie lange es sich mit einem Material beschäftigt.

Der Pädagoge:

Der Montessori Pädagoge ist dafür verantwortlich, eine vorbereitete Umgebung zu schaffen. Er muss das Material so einführen, dass das Interesse des Kindes geweckt wird. Er beobachtet das Kind genau, um die Neigungen und Stärken zu erkennen und diese entsprechend zu fördern. Er unterstützt und begleitet jedes einzelne Kind individuell: So erhalten die Kinder je nach ihrem Entwicklungsstand Einführungen in neue Materialien und können dann die Übungen so oft wiederholen wie sie möchten.

Der Pädagoge muss Geduld haben, um dem Kind Zeit zu lassen seinen eigenen Rhythmus zu finden. Er hilft nur wo Unterstützung nötig ist. Er respektiert das Kind wenn es sich ausruhen möchte und bei anderen zuschaut. Sind Kinder in eine Arbeit vertieft greift der Pädagoge nicht ein, denn das Kind ist der Baumeister seiner selbst(M. Montessori).

Bedeutung der Beobachtung in der Montessori-Pädagogik:

Das Beobachten der Kinder ist eine der Grundlagen für unser pädagogisches Handeln. Dadurch können wir die Bedürfnisse des einzelnen Kindes erkennen, sowie seinen Wissens- und Entwicklungsstand. Darauf aufbauend richten sich die entsprechenden Angebote und Beschäftigungen für die Kinder.

Das Material:

Das Beschäftigungsmaterial, das Maria Montessori entwickelt hat, entspricht dem Bedürfnis der Kinder, Gegenstände mit den Händen und durch die Erfahrungen mit allen anderen Sinnen zu begreifen. Die Materialien sind formschön und ästhetisch gestaltet und regen die Kinder zur eigenen Tätigkeit an.

Jedes Material vermittelt einen Lernschritt und besitzt eine eingebaute Fehlerkontrolle. Das Kind kann seine Arbeit ohne Hilfe der Erwachsenen kontrollieren und Fehler berichtigen. Das fördert die Selbsteinschätzung und die Selbständigkeit. Jedes Material ist nur einmal vorhanden: So müssen sich die Kinder darüber verständigen, wer mit welchem Material arbeitet; sie lernen zu warten und andere ungestört arbeiten zu lassen. Bei der Arbeit mit dem Material erkennen Kinder Strukturen und lernen, sie in einem nächsten Schritt mit anderen Gesetzmäßigkeiten zu verbinden. Das Kind entwickelt durch das Sinnesmaterial ein Grundverständnis für Größen-, Längen- und Gewichtsmessungen. Ebenso werden die verschiedenen Sinne angesprochen.

Diese Erfahrungen und das Wissen können dann losgelöst vom Material in den Alltag und die Umwelt übertragen werden, wie es im Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan(BEP) gefordert wird.

Unser Material soll kein Ersatz für die Welt sein. Das Sinnesmaterial ist ein Schlüssel zur Welt und nicht mit der Welt zu verwechseln. Wir isolieren das Kind nicht von der Welt, sondern geben ihm das Rüstzeug, die ganze Welt und ihre Kultur zu erwerben.

Maria Montessori

Gesetzliche Vorgabe: Beobachtung und Dokumentation

Die regelmäßige ressourcenorientierte Beobachtung ist ein elementarer Bestandteil der pädagogischen Arbeit und die Fähigkeit zur Beobachtung und Reflexion eine unverzichtbare Grundkompetenz aller Pädagoginnen und Pädagogen. Bei der Beobachtung wird der Schwerpunkt auf die Stärken, Leistungen und Interessen der Kinder gelegt, ihre Entwicklungspotenziale stehen im Vordergrund.

Durch die gezielten Beobachtungen gewinnen die Betreuerinnen und Betreuer ein besseres Verständnis für die Kinder und ihr Verhalten und Erleben. Sie können Entwicklungsfortschritte der Kinder ermitteln und das einzelne Kind in seinen Möglichkeiten besser unterstützen sowie Verhaltensbesonderheiten oder Entwicklungsrisiken frühzeitig erkennen.

Von einer professionellen Beobachtung und Dokumentation profitieren alle Beteiligten die Kinder, die Eltern und die Betreuungspersonen.

 

Berg-Höhenrain, 07.11.2018