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Das Proferendariat

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Das PROferendariat ist eine Lehrer*innenausbildung nach dem 1. Staatsexamen des Lehramtstudiums. Es ist eine Alternative zum staatlichen Referendariat für junge Lehrer*innen, die sich für ihre Arbeit an reformpädagogischen Schulen ausbilden möchten. Für Schulen ist das PROferendariat eine Chance, interessierte Kolleg*innen in ihrer Entwicklung zu begleiten, die auch zu einer Aufnahme ins Kolleg*innenteam führen kann.

Das PROferendariat ermöglicht es, während dieser Zeit in Begleitung von Mentoren*innen (es ist geplant, an den Schulen Mentor*innenteams einzurichten, die PrOferendar*innen in ihrer Entwicklung begleiten) in aufbauender und wertschätzender Art und Weise an einer Ausbildungsschule den eigenen Weg als erfolgreiche/r Reformpädagog*innen zu beschreiten. Insofern geht es im PROferendariat um eine andere Sichtweise auf Unterricht, Bildung und Ausbildung: Wissen wächst von innen. Lernen braucht geeignete Bedingungen für Wachstum, Anregungen und Irritationen. Deshalb werden weder die Inhalte dieser Lehrer*innenausbildung noch die Schulen vorgegeben, sondern die PORferendar*innen suchen sich ihre eigenen Bausteine bzw. Dozent*innen und die Orte ihres Lehren-Lernens selbst. Die Lernenden gestalten so aktiv ihre eigene Lernumgebung mit, sie werden also Baumeister*innen ihrer eigenen Lehrer*innenausbildung.

Hierzu steht eine Auswahl von vielfältigen Kursangeboten zur Verfügung, welche nach eigenem Interesse belegt werden können. Diese Kurse werden sowohl von PROferendar*innen als auch anderen interessierten Pädagog*innen besucht. So begegnen sich Pädagog*innen aus der Praxis und neue Pädagog*innen bei Kursen, die in die Zukunft des Lernens gerichtet sind.

Die Ausbildung wird von einem pädagogischen Beirat unterstützt, der sich aus Vertretern der vier großen reformpädagogischen Richtungen Freinet, Jenaplan, Montessori und Waldorf zusammensetzt.

 

 

„Das Herz der Geschichte ist in ihren Anfängen“
 (Rudolf Alexander Schröder)

Kennt Ihr diese magischen Augenblicke, in denen zwei oder drei Menschen zusammensitzen und plötzlich eine Idee geboren wird, von der noch niemand ahnt, wie groß sie werden will?

Von diesen magischen Momenten gab es in der Entstehungsgeschichte des „Glücklichen Referendariats“ einige.

Der erste fand wohl statt in einer Sternwarte, in der Heike Kahler und Martin Kramer zum Essen waren und wo sie zum ersten Mal den Gedanken aussprachen, dass an der Lehrerausbildung unbedingt etwas verändert werden muss, wenn diese dem Anspruch und dem Menschenbild einer reformpädagogischen Schule gerecht werden soll.

Der Kreis der Mitdenker/-innen erweiterte sich schnell sowohl im Umfeld der Wertinger Montessori-Schule als auch im Umfeld der Didaktik für Mathematik an der Universität Freiburg. An einigen denk-würdigen Abenden, an denen zuerst gekocht und dann geredet und gefühlt wurde, entwickelte sich allmählich ein Gerippe für dieses neue „Wesen“, das noch keinen Namen hatte. In einer Endlosrunde für passend Adjektive entstand dann – auf drei Sofas lagernd im besten platonischen Sinne - die vielleicht provokative Idee, das neue Gebilde „Glückliches Referendariat“ oder PROferendariat (statt REferendariat – also vorwärts, statt rückwärts) zu nennen.

Weitere Mitdenker/-innen fanden sich über persönliche Kontakte fast von selbst ein: Professoren und Dozenten, Geistes- und Naturwissenschaftler, Künstler, Lehrer, Coaches, Studenten, der Filmemacher Reinhard Kahl, interessante Menschen aus allen reformpädagogischen Richtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

In unermüdlicher Arbeit und unter Einsatz von unendlich Zeit und Kraft formulierte Martin Kramer nicht nur die Leitlinien und die Informationsflyer für Dozenten und Studenten für das PROferendariat. Er entwickelte auch das „Gesicht“ des Projekts und zusammen mit Armin Duff die erste Homepage mit nahezu künstlerisch-ästhetischem Anspruch.

In einer langen Regennacht wurde schließlich im Wald von Tübingen ein Feuer entzündet, mit dem die sieben Gründungsmitglieder die Vereinsgründung von „Lernzukunft e.V.“ feierten. Ein weiterer magischer Moment.

Ähnliches verspürten dann wohl die 40 Menschen, die auf Einladung von Martin Kramer freiwillig und unentgeltlich zum ersten Dozententreffen nach Freiburg gereist waren, um die Theoriebausteine für das „Glückliche Referendariat“ aufeinander abzustimmen.

Bei diesem Treffen bildete sich auch der „Pädagogische Beirat“, der mit Vertretern aus den großen reformpädagogischen Strömungen besetzt ist: Walter Hövel für die Freinet-Pädagogik, Claus-Dieter Kaul für die Montessori-Pädagogik, Peter Guttenhöfer für die Waldorf-Pädagogik und Hans-Peter Schröder für die Jenaplan-Pädagogik.

Als die drei Hauptaktiven der Gründungsphase merkten, dass neben den Anforderungen der eigenen vollen Berufstätigkeit das nötige ehrenamtliche Engagement für das Voranbringen dieses großen Projektes – an dessen Sinnhaftigkeit nie gezweifelt wurde – nicht mehr zu leisten war, kam mit der Idee, dass die Bildungsakademie Biberkor den operativen Teil der Verwaltung übernehmen könnte, ein erster rettender Gedanke ins Spiel.

Die Zusage von Biberkor für finanzielle Mittel und der persönliche Einsatz von Sabine Bauer bei der Zusammenstellung der Kurse und beim weiteren Aufbau der Homepage wurde zu einem starken und unentbehrlichen Faktor des Weiterlebens der Idee.

An dieser Stelle stehen wir nun, nach wie vor voller Überzeugung, dass die Zeit reif ist für diesen neuen Schritt in der Ausbildung von reformpädagogisch orientierten Lehrkräften.

Wir haben das „Glückliche Referendariat“ in der Projektschmiede der Zukunftswerkstatt Vorarlberg vorgestellt und uneingeschränkte Zustimmung gefunden.

Im Moment suchen wir nach einer organisatorisch-pädagogischen Leitung in Teilzeit, die sich mit Begeisterung und aus ganzem Herzen für das weitere Wachsen der Idee einsetzen wird, so dass – wie geplant – die Ausbildung zum Herbst 2019 starten kann.

Wir suchen auch weitere Schulen, die einen PROferendar zur Ausbildung in den Praxisphasen anstellen möchten und wir suchen mutige junge Menschen, die einen anderen Weg suchen zur Ausbildung ihrer ganz eigenen Lehrerpersönlichkeit.

Sonja Spiegler, Dezember 2018